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Cavas Schröder & Hanke

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Chile

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Der Aufstieg Chiles zu einem angesehenen Erzeuger von Qualitätsweinen ist auf die Sorten Cabernet Sauvignon, Merlot, Sauvignon Blanc & Chardonnay gegründet. Durch das mediterrane Klima erhalten die Weine ihre ausgeprägte fruchtig-würzige Note.
DAS ÄLTESTE WEINLAND IM SÜDEN
Schon seit dem 16. Jahrhundert wird in Chile Wein angebaut. Die Spanier brachten die ersten Reben aus ihrer Heimat in die neue Welt. Damit ist Chile das älteste Weinland auf der südlichen Halbkugel.
Doch die eigentliche Geschichte des chilenischen Weins ist jung und beginnt im Jahr 1982 als der chilenische Weinmarkt zusammenbrach. Der inländische Konsum war von 50 auf elf Liter pro Kopf gesunken. Zu dieser Zeit begannen die größten Weingüter internationale Rebsorten im großen Stil zu pflanzen. (Cabernet Sauvignon, Merlot, Sauvignon Blanc & Chardonnay) Ziel war es diesen Wein zu exportieren und so die Weinwirtschaft wieder anzukurbeln. Die Idee gelang und innerhalb von nur 5 Jahren gelang es den Chilenen exportfähige Weine zu produzieren.
Heute haben die internationalen Sorten bereits ein Übergewicht gegenüber den traditionellen. Hieraus resultiert, daß die für den Export vorgesehenen Weine völlig anders schmecken als die für den inländischen Konsum produzierten. Die Cabernet-Sauvignon Traube mit ihrer kräuterwürzigen Note und dem Eukalyptuston bietet in der Regel die besten Qualitäten. Die größten Zuwachsraten werden jedoch bei der Merlot verzeichnet. Diese ergibt fleischige und geschmacksintensive Weine.
Bei den weißen Sorten fallen Sauvignon Blanc und die Chardonnay mit ihrer tropischen Fülle auf. Nur wenige Weingüter produzieren all ihre Trauben selbst. Sie kaufen jedes Jahr von tausenden kleiner Vertragswinzer. Internationale Rebsorten wurden jedoch auch schon lange vor 1983 angebaut. Die ersten Cabernet-Sauvignon-Reben kamen 1851 nach Chile.
Chiles Weinbauklima ist durchweg mediterran geprägt. Allerdings gibt es große Temperaturunterschiede. Die Weinbaugebiete des Landes reichen vom trockenen Aconcaguatal, das 100 Kilometer nördliche von Santiago liegt, bis zur Stadt Chillan 400 Kilometer südlich der Hauptstadt. Dort ist es pazifisch kühl mit relativ hohen Niederschlägen. Der größte Teil der Reben ist noch ungepfropft. Die Reblaus ist in Chile unbekannt. Auch treten Rebkrankheiten selten auf. Bei 300 Millimeter Niederschlag im Jahr ist Rebbau ohne künstliche Bewässerung kaum irgendwo möglich.
Das prestigereichste Anbaugebiet ist Maipo, etwa hundert Kilometer südlich von Santiago gelegen. Von dort kommen die besten Cabernet und einige gute Sémillon. Kaum weniger gut sind die Rotweine im südlich anschließenden Rapel-Tal, wo es aber etwas kühler ist. Aus dem Rapel (um die Städte Rancagua, San Fernando, Santa Cruz) kommen geschmacksintensive, würzige Weine. Einige der besten Weine wachsen südlich der Stadt Curicó. Noch weiter im Süden (Maule) wird viel die traditionelle País angebaut, eine Massensorte, die bis 250 Doppelzentner pro Hektar ergibt. Die besten Chardonnay und Sauvignon kommen dagegen aus dem küstennahen Anbaugebiet von Casablanca, im Norden bei Valparaíso gelegen.
Ein Weingesetz hat sich Chile erst 1985 gegeben. Es legt die Herkunftsgebiete fest und definiert die zur Qualitätsweinproduktion zugelassenen Sorten: insgesamt 23 (die País, die am meisten angebaute Rebe, gehört nicht dazu). Die Weine tragen in Chile fast immer den Namen einer Rebsorte auf dem Etikett. Diese Rebsorte muss zu mindestens 75 % im Wein enthalten sein. Das gilt auch für die Herkunft und Jahrgang. Maximal 25 % dürfen aus einem anderen Jahrgang beziehungsweise aus einem anderen Herkunftsgebiet stammen. Die Chaptalisierung ist in Chile nicht erlaubt, wohl aber die Azidifikation. Eine Begrenzung der Traubenproduktion ist nicht vorgeschrieben. Der Durchschnitt liegt beim Qualitätswein bei etwa 90 Doppelzentner pro Hektar.